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Bestimmung des Sicherheitsbestands im Supply Chain Management

Die unsichere oder schwankende Kundennachfrage macht es erforderlich, ein bestimmtes Maß an Produktverfügbarkeit zu realisieren, um Lieferengpässe zu vermeiden und den Kunden den gewünschten Service zu bieten. Eine hohe Produktverfügbarkeit sorgt für ein hohes Maß an Reaktionsfähigkeit, erhöht aber die Kosten, da ein hoher Bestand gehalten wird, der nur selten genutzt wird. Eine niedrige Produktverfügbarkeit hingegen senkt die Lagerhaltungskosten, führt aber zu einem höheren Anteil an Kunden, die nicht rechtzeitig bedient werden können.

Das Hauptziel der Bestandsverwaltung besteht also darin, ein Gleichgewicht zu finden – ein optimales Produktbestandsvolumen.

Was ist ein Sicherheitsbestand?

Der Sicherheitsbestand wird geführt, um die Nachfrage bei unvorhersehbaren Nachfrageschwankungen abzudecken und Produktengpässe zu vermeiden. Diese Art von Bestandspolster wird auch als Sicherheitsbestand oder Pufferbestand bezeichnet.

In der Theorie können wir Formeln verwenden, um die optimale Anzahl von Einheiten pro Bestellung (EOQ – Economic Order Quantity) und den Wiederbestellungspunkt (ROP) zu berechnen. Das daraus resultierende ideale Bestandsverhalten ergibt sich unter der Randbedinung, dass Nachfrage und Vorlaufzeit konstant sind. Im wirklichen Leben ist dies natürlich nicht der Fall. Sowohl die Nachfrage als auch die Durchlaufzeit schwanken, was zu einem vom Ideal abweichenden Bestandsverhalten führt.

Wie berechnet man den Sicherheitsbestand?

Es stellt sich die Frage, wie der Sicherheitsbestand in der Lieferkette berechnet werden kann, um das richtige Gleichgewicht zwischen den Bestandskosten und der Kundenzufriedenheit zu finden.

Die richtige Dimensionierung des Sicherheitsbestandes ist eine der schwierigsten Aufgaben im Bestandsmanagement. Um die Frage zu beantworten, wie viel und wann wir nachbestellen sollten, müssen wir zunächst die optimale Anzahl von Einheiten pro Auftrag berechnen. Dies kann mit einem rein mathematischen Ansatz geschehen, der lineare Optimierung verwendet. Wir können die Lieferkette als mathematisches Modell betrachten und den Bestand auf der Grundlage von Eingangsparametern (z. B. Servicegrad) mit Hilfe einer Reihe linearer Gleichungen und eines LP-Solvers berechnen.

Wir müssen jedoch die Dynamik von Netzwerkprozessen sowie betrieblichen Risiken, Nachfrageschwankungen über mehrere Ebenen hinweg in Betracht ziehen. Das bedeutet, dass der analytische Ansatz mit einfachen Formeln für den Sicherheitsbestand bei komplexen, schlanken und agilen Netzwerken in der Realität nicht funktionieren wird.

Eine dynamische Simulation kann die Abläufe in der Lieferkette so darstellen, wie sie tatsächlich sind, und bietet damit die technische Möglichkeit, den richtigen Sicherheitsbestand unter gegebenen  Randbedingungen zu bestimmen.

Die Simulation ist aus vier Gründen die beste heute verfügbare Technologie für eine detaillierte Planung der Lagerhaltungspolitik:

  • Sie erfasst die Prozesse im Zeitverlauf und ermöglicht es den Analysten, schrittweise Veränderungen in einem System zu untersuchen und die Lagerbestände zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu prüfen.
  • Sie kann die Unsicherheit der realen Welt berücksichtigen. Variable Faktoren wie Lieferzeiten und Nachfragevolumen können die Leistung der Lieferkette beeinflussen. Die Simulation kann diese Schwankungen durch Einsatz von Stochastik berücksichtigen, um genauere Prognosen zu erstellen und die Belastbarkeit der Lieferkette zu erhöhen.
  • Die Simulation bietet Analysten die Möglichkeit, alle benötigten Statistiken zu berechnen. So lässt sich die Leistung einer Lieferkette aus verschiedenen Blickwinkeln bewerten, wenn es darum geht, eine Bestandsstrategie festzulegen.
  • Die Simulation kann die Einzigartigkeit jeder Lieferkette erfassen und die Komplexität und die besonderen Merkmale des Geschäfts eines Unternehmens ohne Kompromisse darstellen.

Quelle: The AnyLogic Company

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