anyLogistix 3.4.2: Cost-to-Serve als Schlüssel für transparente und profitable Supply Chain Netzwerke

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Wie das neue Release die Supply-Chain-Optimierung durch detaillierte Netzwerkanalyse und Profitabilitätsbewertung erweitert

Die Optimierung von Lieferketten basiert häufig auf aggregierten Kennzahlen wie Gesamtkosten oder durchschnittlichen Transportkosten. Diese Sicht ist hilfreich, greift jedoch oft zu kurz.

Denn viele wirtschaftliche Ineffizienzen entstehen nicht auf Netzwerkebene, sondern im Detail. Genau hier setzt das Konzept Cost-to-Serve an, das mit dem aktuellen Release von anyLogistix 3.4.2 stärker in den Fokus rückt.

Warum klassische Supply-Chain-Optimierung an Grenzen stößt

In der Praxis zeigen viele Projekte zur Netzwerkanalyse ein ähnliches Bild:

  • Das Netzwerk ist formal optimiert
  • Gesamtkosten erscheinen wettbewerbsfähig
  • Strategische Entscheidungen basieren auf Durchschnittswerten

Dennoch bleiben zentrale Fragen unbeantwortet:

  • Welche Kunden sind tatsächlich profitabel
  • Welche Produkte verursachen überproportionale Kosten
  • Welche Transportstrukturen sind langfristig wirtschaftlich

Studien und Projekterfahrungen zeigen, dass häufig 20 bis 30 Prozent der Kunden nicht profitabel sind, obwohl das Gesamtnetzwerk effizient wirkt.

Die Ursachen liegen meist in:

  • individuellen Bestellmustern
  • komplexen Lieferanforderungen
  • ungünstigen Routen oder kleinen Sendungsgrößen

Diese Effekte bleiben in aggregierten Analysen verborgen.

Die Cost-to-Serve-Analyse als Erweiterung der Netzwerkanalyse

Der Cost-to-Serve-Ansatz erweitert die klassische Supply-Chain-Optimierung um eine entscheidende Dimension: die kostenbasierte Bewertung auf Einzelbeziehungs-Ebene.

Statt nur Gesamtkosten zu betrachten, werden Kosten entlang der gesamten Lieferkette detailliert zugeordnet:

  • pro Produkt
  • pro Kunde
  • pro Transportweg

Damit entsteht eine durchgängige Transparenz von der Quelle bis zum Ziel.

Welche Kosten werden berücksichtigt

Eine fundierte Cost-to-Serve-Analyse integriert verschiedene Kostenarten:

  • Transportkosten
  • Prozesskosten
  • Produktions- und Beschaffungskosten
  • weitere operative Kosten

Zusätzlich werden Erlöse und Margen einbezogen. Dadurch entsteht eine konsistente Verbindung zwischen operativer Planung und finanzieller Bewertung.

Mehrwert für die Supply-Chain-Optimierung

Die Kombination aus Netzwerk- und Cost-to-Serve-Analyse eröffnet neue Möglichkeiten für datenbasierte Entscheidungen.

1. Identifikation unprofitabler Kunden

Unternehmen können erkennen, welche Kundenbeziehungen wirtschaftlich kritisch sind.
Dies ermöglicht gezielte Maßnahmen wie:

  • Anpassung von Servicelevels
  • Überarbeitung von Preisstrukturen
  • Optimierung von Lieferkonzepten

2. Bewertung von Produktportfolios

Nicht jedes Produkt trägt gleichermaßen zur Profitabilität bei.
Durch die detaillierte Analyse lassen sich:

  • margenschwache Produkte identifizieren
  • Portfolioentscheidungen fundierter treffen

3. Transparenz in Transportstrukturen

Die Analyse einzelner Transportketten zeigt:

  • wo Kosten entlang der Route entstehen
  • welche Teilstrecken besonders ineffizient sind

Das schafft eine Grundlage für gezielte Netzwerkoptimierung.

4. Verknüpfung von Planung und Wirtschaftlichkeit

Ein zentraler Vorteil liegt in der Integration von:

  • physischen Materialflüssen
  • operativen Entscheidungen
  • finanziellen Ergebnissen

Dadurch wird die Lieferkette nicht nur effizient, sondern auch wirtschaftlich steuerbar.

Einordnung für Praxis und Projekte

In vielen Projekten zur Supply-Chain-Optimierung zeigt sich, dass fehlende Detailtransparenz ein entscheidender Engpass ist.

Typische Herausforderungen:

  • Diskussionen über Kosten ohne klare Zuordnung
  • Maßnahmen, die nicht die eigentlichen Kostentreiber adressieren
  • begrenzte Aussagekraft von Durchschnittswerten

Die Integration des Cost-to-Serve-Ansatzes in die Netzwerkanalyse hilft, diese Lücken zu schließen.

Von der Kostenoptimierung zur Profitabilitätssteuerung

Die klassische Netzwerkanalyse bleibt ein zentraler Bestandteil der Supply Chain Optimierung. Erst durch die Ergänzung um Cost-to-Serve-Betrachtungen wird jedoch sichtbar, wo Wert entsteht und wo nicht.

Unternehmen erhalten damit eine fundierte Grundlage für:

  • strategische Netzwerkentscheidungen
  • operative Optimierungsmaßnahmen
  • nachhaltige Steigerung der Profitabilität

Bildquelle: The AnyLogic Company

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